Was ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG)?
Das Gebäudeenergiegesetz regelt, wie viel Energie ein Gebäude verbrauchen darf und welche Standards bei Neubauten und Sanierungen einzuhalten sind. Ziel ist es, den Energieverbrauch im Gebäudesektor zu senken und damit zur Klimaneutralität beizutragen. Das GEG betrifft sowohl Neubauten als auch Bestandsimmobilien – und gilt für Eigentümer, Bauherren, Käufer und Vermieter gleichermaßen.
Die wichtigsten gesetzlichen Anforderungen im Überblick
1. Energieausweis-Pflicht
Wie schon im vorherigen Beitrag beschrieben, musst Du bei Verkauf oder Vermietung einen gültigen Energieausweis vorlegen – das schreibt auch das GEG verbindlich vor. Die Angaben daraus müssen bereits in Immobilienanzeigen erscheinen.
2. Mindestanforderungen an Neubauten
Wenn Du einen Neubau planst, musst Du sicherstellen, dass dieser den energetischen Mindeststandard nach GEG erfüllt:
Der Primärenergiebedarf muss unter einem bestimmten Wert liegen.
Die Gebäudehülle muss so beschaffen sein, dass wenig Wärme verloren geht.
Es besteht die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien – z. B. Solarthermie, Wärmepumpe oder Biomasseheizung.
Diese Vorgaben sollen sicherstellen, dass neue Häuser von Anfang an energieeffizient sind.
3. Nachrüstpflichten im Bestand
Besonders wichtig für Dich als Eigentümer: Das GEG schreibt konkrete Nachrüstpflichten für bestehende Gebäude vor. Dazu zählen:
Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden (Ausnahme: Niedertemperatur- oder Brennwertkessel).
Dach oder oberste Geschossdecke müssen gedämmt sein, wenn sie unbewohnt und unbeheizt sind.
Ungedämmte Rohrleitungen in unbeheizten Räumen müssen nachträglich isoliert werden.
Diese Pflichten gelten in der Regel für selbstnutzende Eigentümer – bei Eigentümerwechsel musst Du Dich innerhalb von zwei Jahren darum kümmern.
4. Beratungspflicht beim Kauf
Wenn Du ein Ein- oder Zweifamilienhaus kaufst, bist Du laut GEG dazu verpflichtet, Dich durch einen Energieberater beraten zu lassen, sofern ein Energieausweis vorliegt. Die Beratung ist kostenlos, aber verpflichtend – sie soll Dir helfen, die energetische Qualität der Immobilie richtig einzuordnen.
Welche Faktoren beeinflussen den Verkehrswert?
Der Verkehrswert ist nie statisch – er hängt von vielen Einflussgrößen ab. Hier einige der wichtigsten:
- Lage der Immobilie (Makro- & Mikrolage)
- Baujahr und Zustand (modernisiert oder sanierungsbedürftig?)
- Wohnfläche und Grundstücksgröße
- Marktsituation (Angebot & Nachfrage, Zinsniveau)
- Ausstattung (Balkon, Einbauküche, Fußbodenheizung etc.)
- Energieeffizienz (Energieausweis!)
Tipp: Ein unabhängiges Verkehrswertgutachten von einem zertifizierten Sachverständigen ist vor dem Kauf oder Verkauf oft sehr sinnvoll – besonders bei Unsicherheit über den tatsächlichen Marktwert.